Hat durchaus das Zeug zum Collector’s Item: METAXA GRANDE FINE

Rückblickend gesehen waren die 1970er Jahre eine angenehme Zeit. Die Farben der Mode waren grell, die Männerhaare lang, die Hosen hatten Schlag, die Krawatten waren breit und die Hemden hatten Dackelohrkragen. In jeder Kneipe und Restaurant wurde kräftig gequalmt. Kein Wunder, Zigaretten schmeckten noch nach Tabak und waren gegen heute geradezu billig.. Das Waldsterben war nicht erfunden und nicht einmal Veganer gab es.

Sirtaki-Seeligkeit bei Demestica, Ouzo, METAXA & Co.

Wer damals jünger als fünfunddreißig war , studierte oder sich noch jung fühlte, der pflegte je nach Kassenlage regelmäßig den „Griechen“ seiner Wahl aufzusuchen. Vom Innendesign waren es meist mittelschwere Katastrophen, die Tische wackelten gern, Hellas-Kitsch zierte meist die Wände und durch die Räume waberte eine undefinierbare Sirtaki-Seligkeit. Dafür gab es zu moderaten Preisen und großen Portionen Hirtensalat, Tsatsiki, MoussakaSouvláki, Gyros und häufig leicht schwarzgebranntes Lammkotelett, das mit Karaffen voller Demestica Wein runtergespült wurde.

Ein Besuch beim Griechen ohne den obligatorischen Ouzo war undenkbar. Zum Abschluss des Essens wurde natürlich auch gern ein METAXA (damaliger Spott: Lehrer Cognac) bei Rigas, Andreas, Konstantinos oder Christos , denn der Wirt wurde immer mit dem Vornamen angesprochen, geordert. Cognac oder Weinbrand trankenin den 1970er Jahren eigentlich nur CDU-Wähler und andere Spießer (gut, dass man selbst keiner war). So war METAXA bei dem links-alternativen angehauchten Jungvolk der 1970er Jahre die angesagte Marke. Bei jedem Schluck fühlte man sich dann wie ein kleiner Alexis Sorbas. Aber eigentlich war es eine Dekade, wo es nicht um Genuss, sondern um Wirkung ging. Und der Marke METAXA wurde durchaus Unrecht getan.

Rodanthi Senduka malt

Rodanthi Senduka entwirft das Design der Flasche Foto: Hersteller

Die Zeiten haben sich geändert

Die jungen Männer aus dieser Zeit haben meist die Bausparverträge für  dieVorstadt-Eigenheim abgezahlt und sind gar nicht so selten zum zweiten oder dritten Mal verheiratet. Aus den Mädels im Hippielook oder mit den ultrakurzen Minis sind häufig veritable Lehrerinnen, Naturkostanhängerinnen oder Veganerinnen, ohne all die Yoga-Kurse, Öko-Märkte und -Läden nicht existieren könnten, geworden. Für die meisten von ihnen ist mittlerweile schon eine Weinschorle die Pforte zur Sünde. Aber, das ist eine ganz andere Geschichte. Eine Gemeinsamkeit haben Männer und Frauen, in die Klamotten von damals passen sie nicht mehr rein.

METAXA – die Konstante

Bei METAXA hat sich wenig verändert. Die Qualität hat nicht nachgelassen. Kennengelernt haben wohl die meisten die griechische Spirituose in der drei oder fünf Sterne Qualität. Ein Stern entspricht dabei einem Lagerjahr in den Limousin-Eichenfässern. Kenner greifen zum 12-Sterne METAXA, der vom  GRANDE FINE mit einer 15-jährigen Lagerzeit übertroffen wird.  Der typisch weiche Geschmack des Weinbrandes wird durch Aromatisierung mit Kräutern und die lange Lagerzeit erzielt.

Metaxa Grande Fine

Hat das Zeug zum Collector’s Item – Metaxa Grande Fine mit Verpackung Foto. Hersteller

METAXA GRANDE FINE

GRANDE FINE ist ein sorgfältig ausgesuchter Blend aus Trauben und Muskatweinen der Insel Samos, der in Eichenfässern gelagert wird. Während des Reifungsprozesses entwickelt sich ein voller runder Körper sowie Aromen von süßen Gewürzen, Trockenfrucht und alter Eiche. Genossen wird GRANDE FINE pur als klassischer Digestif oder auf Eis zum Abschluss eines Abends mit guten Freunden.

Die bekannte griechische Konzeptkünstlerin und Designerin Rodanthi Senduka hat eigens für METAXA GRANDE FINE ein modernes, dekoratives Design entworfen, das den griechischen Geist der Spirituose zeitgemäß widerspiegelt.

„Mein Design für METAXA ist durch die pittoreske griechische Landschaft beeinflusst, die schmalen Gassen, die wunderschönen minimalen Muster und die Einfachheit der kykladischen Bauweise. Die Form diktiert das Design. Simpel, ausdrucksstark und menschlich. Die idyllische Szenerie bestimmt die Farbpalette: Weiß für die kykladische Architektur, Blau für den Ozean und Gold für die Sonne. Dieser einfache Ansatz ist Intention, da aus meiner Sicht der Blend für sich selbst spricht und das Design rundherum Raum für Interpretation und Entdeckung lässt.“ so Rodanthi Senduka.

Die gefeierte Designerin hat auch das Logo für die Olympischen Spiele von Athen entworfen. Weltweit wurden ihre Arbeiten in Top-Ausstellungen gezeigt. Mittlerweile wurde sie mit mehr als 130 Preisen und Auszeichnungen gewürdigt.

Metaxa auf Eis

Metaxa auf Eis Foto: Hersteller

Die Quintessenz von Herr vom Meer

Es muss nicht immer Armagnac, Cognac & Co. sein. Das Fehlen der METAXA üblichen Sterne beim GRANDE FINE lässt sich verschmerzen. Die Flasche ist interessant, wertig und hat das Zeug zum Collector’s Item. Aber, wichtig ist das, was im Glas ist. Zu sehen ist dunkler Bernstein. Der Mund wird weich, rund und aromatisch gefüllt. Die Noten Eiche, Muskat, helle Rosinen, Honig – der Duft Griechenlands – geben ein rundes überzeugendes Geschmacksbild.

Allerdings, die Süße bleibt noch etwas im Mund, das sollte man mögen. Wer seine Hausbar damit bestücken will, sollte knapp 50 Euro dafür einplanen und sich etwas beeilen, denn die Auflage ist limitiert. Dafür bekommt er auch noch eine Geschenkbox.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.