Piece of the Day: Bomberjacke von Gant

Gant Bomberjacke aus Leder, zweifarbig

Bei meinem letzten Weg durch die Hohe Bleichen habe ich eine schöne Bomberjacke aus leichtem Leder im dortigen Gant Flaggship Store in den Hohe Bleichen entdeckt.

 „Meiner Meinung nach, ist sie ausgesprochen kleidsam und dabei doch funktionell. Das zweifarbige feine Leder nimmt ihr das militärisch aggressive und zivilisiert sie. Die zwei Farben geben ihr Spannung. Der Preis (ca. 1.300 Euro) bewegt sich im üblichen Gant-Niveau. Nicht überteuert, denn die Verarbeitung macht einen guten Eindruck.“  sagt Herr von Meer.

Die Bomberjacke im Lauf der Zeit

Bomberjacken haben ein bewegtes Mode-Schicksal hinter sich. In den 1970er und 1980er Jahren, als der US- und BW-Parka bei Jungmänner ein angesagtes Kleidungsstück, mit dem man Konsumverweigerung demonstrieren konnte, war, gab es sie nur in besser sortierten Army-Surplus Geschäften. Das garantierte eine gewisse Exklusivität. Ihre Träger umwehte dabei immer ein Hauch von Airforce Coolness.

In den 1990er Jahren begann der Abstieg. Die Bomberjacke wurde in Vorstadt- und Landei-Großdiskotheken zum Style Code. Immer mehr Lümmel und die aggressiv ruppige Hooligan-Szene des Ostens entdeckten sie als Kleidungsstück.

Der Vorteil einer Bomberjacke ist, sie sitzt einfach gut und man hat die volle Bewegungsfreiheit in ihr. Das ist nicht falsch, wenn man einer Szene angehört, bei der auf einen „schiefen Blick“ gern mal mit „voll was auf die Zwölf“ schlagfertig direkt reagiert wird. So war der Ruf der Bomberjacke mehr als ruiniert und sie waren ein echtes Fashion-No Go.

Nicht mehr Halbstark – die Bomberjacke

Doch die wilden Jahre sind vorbei und die 2010er Jahre gehen ihrem Ende entgegen. Men Fashion-Designer und -Labels wie Calvin KleinRaf SimonsRick Owens, Diesel oder Gant haben sich der Bomberjacke angenommen und verfeinert.

Style-Tipp:
Die Bomberjacke von Gant passt gut zum Polo und auch Oberhemd, allerdings ohne Krawatte. Sie ist der richtige Dress wenn es ins Stadion, ins Gym, zum Casual Friday ins Büro oder zum After Work geht. Sehr praktisch ist sie außerdem, wenn Mann bei der mobilen Fortbewegung ein Cabrio, ein Coffee House Racer oder eine Vespa bevorzugt.

Der Bomberjacke geht es wie dem Trench Coat, der für die Grabenkämpfe im I. Weltkrieg an der Westfront entwickelt wurde, eher er zur Uniform aller Detektive a la Philip Marlowe wurde. Mit der Fashion Style-Ikone Trench Coat ist der Mann heute immer noch gut gekleidet und kann nichts falsch machen. Außer, er setzt auf eine Frau, die sich wahlweise als Luder oder Femme fatale outet und dem Mann dann gehörig einheizt. Aber, das ist eine ganz andere Geschichte…

Vintage Flugzeug aus den 1950er hier der Motor mit Propeller

Flugzeugmotor Foto: Aaron Barnaby /unsplash.com COO Creative Commons

Die Geschichte der Bomberjacke

Die Bomberjacke (MA-1) ist Nachfolger der Weltkriegs II. Pilotenjacken, die noch aus Leder waren. In den 1950er Jahren zeigte sich, dass Leder im rauen Militäreinsatz mehr Nachteile als Vorteile hatte. Für die Crews von Transportflugzeugen, Lufttankern, Aufklärern, Bombern oder Helikoptern waren Lederjacken einfach zu schwer und zu unhandlich.

Erstmals wurden die Piloten der US Air Force 1959 mit  Bomberjacken aus Nylon (Qualität: Flight Nylon) ausgestattet. Die neue US-Fliegerjacke sollte eine gute Beweglichkeit, Tragekomfort, Winter-, Wind- und Wetterfestigkeit funktionell vereinen. Nach Abstürzen konnte die Jacke gewendet werden und die orange Signalfarbe machte den Träger aus der Luft besser sichtbar.

Von dem Ur-Exemplar MA-1 des amerikanischen Hersteller Alpha Industries wurden allein an die US Air Force weit mehr als eine Million Jacken geliefert. Dazu kamen zivile Abnehmer und eine Vielzahl von mehr oder weniger guten Billig-Kopien aus Südostasien. Kein Wunder, funktionell ist die Jacke immer noch State of the Art.

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