Impressionen Hungriger Wolf 2017

Für Auto Classic Motor Days Hungriger Wolf 2017

Hungriger Wolf – die Classic Motor Days 2017 waren wirklich einen Besuch wert

Mittlerweile gibt es gefühlt an jedem Wochenende in Norddeutschland eine Classic Car Rallye oder ein Oldtimertreff. Dazu kommen natürlich die Edel-Großevents, wie die Hamburg – Berlin Klassik, die von überrestaurierten edelsten Sammlerstücken dominiert ist und bei der es entsprechend steif zu geht.

Die gesamt Classic Car Szene hat sich leider nicht unbedingt zum besseren entwickelt. Trafen sich früher einfach nur Schrauber, Verrückte und Benzin-Fexe, so war Bodenständigkeit fast garantiert. Klar, man freute sich, dass man seine Autos präsentieren konnte, es gab viele Fachgespräche und alles drehte sich um Teile, Teile, Teile.

Heute ist das leider anders, Classic Cars werden als Wertanlage in der Finanzpresse gepriesen. Einige Marken und Modellen tummeln sich Preiszonen die unbezahlbar geworden sind. Viele Fahrer solcher Karossen können nicht einmal im Ansatz schrauben, dafür haben sie ihre teure Spezialwerkstatt. Kein Wunder, dass dann in irgendwelchen Vip-Lounge wahre Prosecco- und Häppchen-Orgien (Motto: wichtig, wichtig, wichtig) gefeiert werden.

Der Hungriger Wolf ist noch bewusst anders. Gerade auf dem flachen Land ist die Classic Car und Vintage Motorrad-Szene noch überwiegend bodenständig. Der Großteil der Wagen bewegt sich im Rahmen der Kategorie bezahlbar. Angenehm war auch, über restaurierte Show-Stücke (besser als ab Werk damals) waren nicht dabei. Das weitläufige Gelände des Flugplatzes schuf eine stressfreie lockere Atmosphäre. Viel Sonne und eine leichte norddeutsche Brise machten das Wetter perfekt.

Denn Rennbetrieb lief tadellos. Angenehm engagiert und sachkundig war die Moderation. Wirklich, nichts ist schlimmer, als ein schaumschlagender Moderator, der von alten Autos und Motorrädern nichts versteht.

Wo so viel Licht ist, ist leider auch etwas Schatten. Es gab ausreichend viele Getränke- und Imbissstände und die Preise waren okay. Allerdings, die Marktstände waren in der Summe leider nicht besonders spannend. Viel mehr als ein paar Werkzeugstände waren es defacto nicht. Hier hat Veranstalter sicher noch Potential. Ich als Besucher wünsche mir schon viele Stände aus der Classic- und Vintage-Welt.

Zum Ende ein letzter kleiner Tipp, ein paar mehr Abfallkörbe auf dem Gelände wären sicher nicht schlecht gewesen. Die Ordner und Volunteers erledigten freundlich und gut gelaunt ihre Aufgaben. Ein großes Lob dafür!

Die Quintessenz von Herr vom Meer

Hungriger Wolf 2017 war ein schöner und doch bodenständiger Classic Car Event. Alles unaufgeregt und familär, das ist fein. Mein Tipp, wer Benzin im Blut hat und Motoröl liebt, der sollte nächstes Jahr auch kommen. Wem nach Champagnerglas- und Herrenfahrer-Atmo im Golfclub-Style ist, der sollte besser nach Sylt fahren.

 

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